Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Juristinnen und Juristen

SPD Schleswig-Holstein

16. November 2014

Bundes-ASJ
Harald Baumann-Hasske als ASJ-Bundesvorsitzender bestätigt

Die Arbeits­ge­mein­schaft Sozi­al­de­mo­kra­ti­scher Juris­tin­nen und Juris­ten (ASJ) hat auf ihrer Bun­des­kon­fe­renz am 15. Novem­ber 2014 in Ber­lin einen neu­en Bun­des­vor­stand gewählt. Mit gro­ßer Mehr­heit bestä­tig­te sie den säch­si­schen Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten und Anwalt Harald Bau­mann-Hass­ke im Amt des Bun­des­vor­sit­zen­den.

Neu zu sei­nem Stell­ver­tre­ter wähl­te die Ver­samm­lung den Pots­da­mer Rich­ter am Ober­ver­wal­tungs­ge­richt A. Thors­ten Jobs (Ber­lin-Bran­den­burg). Des Wei­te­ren gehö­ren dem ASJ-Bun­des­vor­stand an: Kat­ja Weit­zel (stellv. Vor­sit­zen­de, Bay­ern), Frank Diem­beck (Nord­rhein-West­fa­len), Ant­je Dra­heim (Meck­len­burg-Vor­pom­mern), Jür­gen Gas­per (Hes­sen), Fabi­an Hoff­mann (Hes­sen), Mar­cus Köh­ler (Baden-Würt­tem­berg), Ralf Lin­de­mann (Nie­der­sach­sen), Tho­mas Notz­ke (Thü­rin­gen), Anne Dei­ke Riewe (Nord­rhein-West­fa­len) und Tina Win­ter (Ham­burg).

Schwer­punkt­the­ma der ASJ Bun­des­kon­fe­renz war der Grund­rechts­schutz im digi­ta­len Zeit­al­ter vor dem Hin­ter­grund der Über­wa­chungs­ak­ti­vi­tä­ten der NSA. Da vie­les dafür spricht, dass auch die Kom­mu­ni­ka­ti­on deut­scher Bür­ge­rin­nen und Bür­ger von den Nach­rich­ten­diens­ten der „Five Eyes“ Staa­ten mas­sen­haft über­wacht wird, tre­ten die Schutz­auf­trä­ge der Grund­rech­te in den Vor­der­grund. Der frü­he­re Rich­ter des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts Prof. Wolf­gang Hoff­mann-Riem sag­te dazu:

„Frei­heits­schutz im digi­ta­len Zeit­al­ter ist zwar auch, aber nur noch begrenzt im natio­na­len Raum mög­lich. Er ist glo­bal aus­zu­rich­ten und muss sich ver­stärkt gegen Frei­heits­ge­fähr­dun­gen durch glo­ba­le Oli­go­po­le rich­ten. Sub­jek­tiv-recht­li­che Abwehr­an­sprü­che tre­ten in ihrer prak­ti­schen Bedeu­tung hin­ter objek­tiv-recht­li­che Schutz­auf­trä­ge zurück, die nicht nur aus Grund­rech­ten fol­gen“.

Der Bun­des­vor­sit­zen­de Harald Bau­mann-Hass­ke ergänz­te:

„Eine Begren­zung stän­di­ger Grund­rechts­ver­let­zun­gen durch Geheim­diens­te kann dar­in bestehen, lang­fris­tig gegen die­se Ver­let­zun­gen den Rechts­weg vor ein Gericht des ver­let­zen­den Staa­tes oder ein inter­na­tio­na­les Gericht zuzu­las­sen. Auch für Geheim­diens­te muss die rule of law gel­ten.“

Der Schutz der Bür­ger­rech­te in der digi­ta­len Gesell­schaft muss ein Schlüs­sel­the­ma sozi­al­de­mo­kra­ti­scher Rechts- und Innen­po­li­tik blei­ben“, sag­te der stell­ver­tre­ten­de ASJ-Vor­sit­zen­de A. Thors­ten Jobs mit Blick auf den Pro­gramm­pro­zess „Digi­ta­les Leben“, den die SPD gera­de dis­ku­tiert. „Anlass­lo­se und mas­sen­haf­te Über­wa­chungs­ak­ti­vi­tä­ten beein­träch­ti­gen nicht nur die Frei­heit und Ent­fal­tungs­chan­cen des Ein­zel­nen, son­dern auch das Gemein­wohl eines auf Hand­lungs- und Mit­wir­kungs­fä­hig­keit sei­ner Bür­ge­rin­nen und Bür­ger begrün­de­ten frei­heit­li­chen demo­kra­ti­schen Gemein­we­sens.“

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