Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Juristinnen und Juristen

SPD Schleswig-Holstein

ASJ Schleswig-Holstein

ASJ-Landeskonferenz am 29. Juni in Lübeck

 

Sebas­ti­an Oel­kers zum neu­en Lan­des­vor­sit­zen­den gewählt

 

Auf der Lan­des­kon­fe­renz der ASJ Schles­wig-Hol­stein am Mitt­woch, den 29. Juni 2016, wur­de der Kreis­vor­sit­zen­de der ASJ-Lübeck, Sebas­ti­an Oel­kers, auch zum neu­en Lan­des­vor­sit­zen­den der ASJ Schles­wig-Hol­stein gewählt. Den neu gewähl­ten Vor­stand kom­plet­tie­ren als stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de Bir­te Dug­gen (KV Lübeck), Chris­ti­an Feist (KV Kiel), Tho­mas Rother, Hart­mut Schnei­der (bei­de KV Lübeck) und Jan Voll­mey­er (KV Kiel).

Inhalt­lich hat sich die Lan­des­kon­fe­renz mit dem The­ma Wider­stand und Gewalt gegen Poli­zei­be­am­te beschäf­tigt. Hier­zu hat­te die ASJ Schles­wig-Hol­stein Dr. Ralf Peter Anders, den Lei­ten­den Ober­staats­an­walt in Lübeck, als Refe­ren­ten ein­ge­la­den. Sein Vor­trag zur rechts­po­li­ti­schen Dis­kus­si­on über § 113 StGB und der Bedeu­tung der Vor­schrift in der staats­an­walt­schaft­li­chen Pra­xis führ­te zu einer leb­haf­ten Dis­kus­si­on. Aus­gangs­punkt des Vor­tra­ges war die Fest­stel­lung, dass Gewalt gegen Poli­zei­be­am­te exis­tiert und mit dem gebo­te­nen Nach­druck von den Staats­an­walt­schaf­ten ver­folgt wird. Effek­ti­ver Schutz der Poli­zei­be­am­tin­nen und –beam­ten setzt nach mehr­heit­li­cher Mei­nung der anwe­sen­den ASJ-Mit­glie­der eine aus­rei­chen­de sach­li­che und per­so­nel­le Aus­stat­tung der Poli­zei und ein gutes Zusam­men­ar­bei­ten aller Jus­tiz­schaf­fen­den vor­aus. Die Not­wen­dig­keit einer dar­über hin­aus­ge­hen­den Aus­wei­tung des Tat­be­stan­des des § 113 StGB oder einer Straf­ver­schär­fung auf der Rechts­fol­gen­sei­te besteht aus Sicht der Mehr­heit der Dis­kus­si­ons­teil­neh­mer nicht. Eine sol­che rei­ne Sym­bol­po­li­tik leis­tet kei­nen effek­ti­ven Schutz­bei­trag und ist daher abzu­leh­nen.

Stellungnahme des ASJ-Landesvorstands zum Asylpaket II

 

 

Asyl­pa­ket II: Gro­ße Koali­ti­on setzt sich mit kon­tra­pro­duk­ti­ver Pla­ce­bo­po­li­tik durch

 

Die Arbeits­ge­mein­schaft sozi­al­de­mo­kra­ti­scher Juris­tin­nen und Juris­ten in Schles­wig-Hol­stein (ASJ) kri­ti­siert die in der ver­gan­ge­nen Woche vom Bun­des­tag beschlos­se­nen und im Bun­des­rat gebil­lig­ten wei­te­ren Ver­schär­fun­gen des Asyl­rechts.

„Die mit dem Asyl­pa­ket II beschlos­se­nen Rege­lun­gen sind ent­we­der kon­tra­pro­duk­tiv oder über­wie­gend wir­kungs­los.

• Die gesetz­li­che Neu­re­ge­lung beschleu­nig­ter Asyl­ver­fah­ren geht am Kern des Pro­blems vor­bei. Ers­tens gab es hier   kei­nen Gesetz­ge­bungs­be­darf, weil die Dau­er der Asyl­ver­fah­ren weni­ger von der Geset­zes­la­ge, als viel­mehr von der Orga­ni­sa­ti­on und per­so­nel­len Aus­stat­tung des zustän­di­gen Bun­des­amts für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge (BAMF) abhän­gig ist. Zwei­tens wer­den die neu ein­ge­führ­ten beschleu­nig­ten Asyl­ver­fah­ren kaum zu einer wirk­sa­men Ent­las­tung des BAMF füh­ren, da sie aus­schließ­lich den pro­zen­tu­al gerin­gen Anteil der­je­ni­gen Antrag­stel­ler betref­fen, deren Anträ­ge von vorn­her­ein gerin­ge Erfolgs­aus­sich­ten haben. Bei der weit über­wie­gen­den Anzahl der Anträ­ge sind die Erfolgs­aus­sich­ten der­zeit aber hoch oder zumin­dest offen. Zudem wirft die Rege­lung ver­fas­sungs- und euro­pa­recht­li­che Fra­gen auf, weil Vor­aus­set­zung für ein beschleu­nig­tes Ver­fah­ren ist, dass der Antrag­stel­ler zuvor wegen der schlech­ten Erfolgs­aus­sich­ten sei­nes Antrags einer beson­de­ren Auf­nah­me­ein­rich­tung zuge­wie­sen wur­de. Sinn eines Asyl­ver­fah­rens ist aber die unvor­ein­ge­nom­me­ne Prü­fung, ob der Asyl­an­trag berech­tigt ist. Es erschöpft sich nicht dar­in, eiligst eine außer­halb des Ver­fah­rens getrof­fe­ne Wer­tung zu bestä­ti­gen.

• Ähnn­lich miss­lun­gen ist die beschlos­se­ne zeit­wei­li­ge Aus­set­zung des Fami­li­en­nach­zu­ges für Men­schen, denen sub­si­diä­rer Schutz gemäß § 4 Asyl­ge­setz zuer­kannt wur­de. Sie wird das Gegen­teil von dem bewir­ken, was sie bezweckt: Eine sol­che Aus­set­zung zwingt gera­de die häu­fig weib­li­chen und/oder min­der­jäh­ri­gen im Hei­mat­land zurück geblie­be­nen Fami­li­en­mit­glie­der zur Flucht und begüns­tigt Schleu­ser­kri­mi­na­li­tät. Zudem betrifft die Rege­lung nur einen so gerin­gen Teil der Geflüch­te­ten, dass man sie getrost als Augen­wi­sche­rei bezeich­nen kann.

• Die Absen­kung der Leis­tun­gen nach dem Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz ist eine sach­grund­lo­se Schlech­ter­stel­lung von Asyl­be­wer­bern gegen­über SGB II-Emp­fän­gern. Sie wirkt inte­gra­ti­ons­hem­mend und stellt eine rein popu­lis­ti­sche Maß­nah­me dar.

• Rei­ne Sym­bol­po­li­tik ist letzt­lich auch die geplan­te Ein­stu­fung der Maghreb-Staa­ten Marok­ko, Alge­ri­en und Tune­si­en zu siche­ren Her­kunfts­staa­ten. Sie ist nur mit dem innen­po­li­ti­schen Bedürf­nis erklär­bar, die Bevöl­ke­rung nach den Vor­fäl­len in der Sil­ves­ter­nacht von Köln beru­hi­gen zu wol­len. Recht­lich steht das Vor­ha­ben auf töner­nen Füßen: Art. 16 a Abs. 3 GG setzt für die Ein­stu­fung vor­aus, dass auf Grund der Rechts­la­ge, der Rechts­an­wen­dung und der all­ge­mei­nen poli­ti­schen Ver­hält­nis­se gewähr­leis­tet erscheint, das weder poli­ti­sche Ver­fol­gung noch unmensch­li­che oder ernied­ri­gen­de Bestra­fung oder Behand­lung statt­fin­det. Jeden­falls bei Marok­ko und Alge­ri­en sind dies­be­züg­lich Zwei­fel ange­bracht. Es bleibt nur zu hof­fen, dass der Bun­des­rat die­ser Ein­stu­fung nicht zustimmt.“

Treffen des ASJ-Landesvorstands

Das nächs­te Tref­fen des ASJ-Lan­des­vor­stands fin­det statt am 17. Febru­ar um 20.00 Uhr im Para­cel­sus Gesund­heits­zen­trum in Lübeck (sie­he auch Ter­mi­ne).
 
Einer­seits wer­den wir uns mit den aktu­el­len Que­re­len um das Asyl­pa­ket II beschäf­ti­gen:
Ist die Pro­gno­se rea­lis­tisch, dass nur sehr weni­ge Men­schen von der im Regie­rungs­ent­wurf geplan­ten Aus­set­zung des Fami­li­en­nach­zugs betrof­fen sein wer­den? Wenn ja, war­um soll­te SH als SPD-regier­tes Land dann einer Rege­lung zustim­men, die sich auf die Flücht­lings­zu­gangs­zah­len kaum oder gar nicht aus­wirkt?
Und wenn umge­kehrt die Aus­wir­kun­gen durch­aus gra­vie­rend sein könn­ten, weil näm­lich doch ein beträcht­li­cher Anteil der z.B. aus Syri­en nach Deutsch­land Geflüch­te­ten als „sub­si­di­är schutz­be­rech­tigt“ ein­zu­stu­fen ist, stellt sich erst Recht die Fra­ge,  ob eine sol­che Rege­lung den sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Segen bekom­men soll­te.
Recht­lich unter­schei­den sich „ech­te“ Flücht­lin­ge von sub­si­di­är Schutz­be­rech­tig­ten. Aber wel­chen Unter­schied macht es für die Betrof­fe­nen, ob sie z.B. aus Furcht vor reli­giö­ser Ver­fol­gung (dann Zuer­kenn­nung der Flücht­lings­ei­gen­schaft) oder wegen „nur“ kriegs­be­dingt dro­hen­der Fol­ter und Todes­ge­fahr (dann sub­si­diä­rer Schutz) ihr Land ver­las­sen haben?
Als „Par­tei des don­nern­den Sowohl-als-auch“ kann man da schnell mal die kla­re Linie ver­lie­ren…
 
Auf der Tages­ord­nung ste­hen wei­ter­hin die Bera­tun­gen zum ASJ-Bei­trag für das SPD-Land­tags­wahl­pro­gramm 2017 sowie unse­rer Anträ­ge für den nächs­ten Lan­des­par­tei­tag. Auch die nächs­te ASJ-Lan­des­kon­fe­renz will vor­be­rei­tet wer­den.

 

Die Vorratsdatenspeicherung ist tot!

 

Gemein­sa­me Stel­lung­nah­me

 

Zur erneu­ten For­de­rung nach einer anlass­lo­sen Vor­rats­da­ten­spei­che­rung durch den SPD-​​Vor­sit­zen­den Sig­mar Gabri­el erklä­ren Dr. Moritz Karg, Spre­cher des Arbeits­krei­ses Digi­tale Gesell­schaft, Sabi­ne Gil­les­sen, Vor­sit­zende der Arbeits­ge­mein­schaft sozi­al­de­mo­kra­ti­scher Frau­en (AsF), Nic­las Dür­brook, Vor­sit­zen­der der Jusos, Jan Voll­meyer, Vor­sit­zen­der der Arbeits­ge­mein­schaft sozi­al­de­mo­kra­ti­scher Juris­tin­nen und Juris­ten (ASJ) und Enri­co Kreft, Spre­cher des Euro­pa­fo­rums: „Sig­mar Gabri­el soll­te sich mit den Grund­satz­ent­schei­dun­gen der letz­ten Jah­re beschäf­ti­gen. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt und der Euro­päi­sche Gerichts­hof haben die Hür­den für eine anlass­lose Vor­rats­da­ten­spei­che­rung so hoch gelegt, dass sie fak­tisch nicht zu meis­tern sind.

Das Ver­schlimm­bes­sern von untaug­li­chen Maß­nah­men war und ist nicht mit dem Bild der SPD als Gestal­te­rin der digi­ta­len Gesell­schaft ver­ein­bar. Viel­mehr ist die SPD end­lich gefor­dert, gemein­sam mit fort­schritt­li­chen Innen­po­li­ti­ke­rin­nen und –poli­ti­kern Kon­zepte zu erar­bei­ten, wie die Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den für die Her­aus­for­de­run­gen der digi­ta­len Gesell­schaft bes­ser aus­ge­stat­tet und aus­ge­bil­det wer­den.

Mit der Vor­rats­da­ten­spei­che­rung stellt man Bür­ge­rin­nen und Bür­ger unter Gene­ral­ver­dacht. Mit der Vor­rats­da­ten­spei­che­rung wird die Daten­sam­me­lei pri­va­ti­siert. Mit der Vor­rats­da­ten­spei­che­rung wird ein Out­sour­cing staat­li­cher Kern­auf­ga­ben der Straf­ver­fol­gung und Gefah­ren­ab­wehr vor­an­ge­trie­ben. Das soll­te ein SPD-​​Vor­sit­zen­der nicht wol­len.

Die Grund­werte der SPD lau­ten „Frei­heit, Gleich­heit, Soli­da­ri­tät“. Es gibt kein Super­grund­recht „Sicher­heit“. Es gibt aber die Auf­gabe der SPD, in der gro­ßen Koali­tion der Part­ner zu sein, der sich mit Hal­tung und Rück­grat für Bür­ger­rechte ein­setzt.

Die SPD Schles­wig-​​Hol­stein hat 2009 einen kla­ren Beschluss gegen die Vor­rats­da­ten­spei­che­rung gefasst und die­sen auf dem Lan­des­par­tei­tag am ver­gan­ge­nen Wochen­ende erneut bestä­tigt. Die­se Posi­tion steht im Koali­ti­ons­ver­trag der Küs­ten­ko­ali­tion, der Land­tag hat sie mehr­fach beschlos­sen und Tors­ten Albig hat sie in sei­ner Lan­des­par­tei­tags­rede noch ein­mal deut­lich bekräf­tigt. Die Vor­rats­da­ten­spei­che­rung ist tot.“

Jan Vollmeyer

Kritik de Maizières ist unsachlich und rein parteipolitisch

Zum von der schles­wig-hol­stei­ni­schen Lan­des­re­gie­rung am 2. Dezem­ber beschlos­se­nen Abschie­be­stopp für die Win­ter­mo­na­te und der Reak­ti­on des Bun­des­in­nen­mi­nis­ters Tho­mas de Mai­ziè­re erklärt Jan Voll­mey­er, Lan­des­vor­sit­zen­der der SPD-Arbeits­ge­mein­schaft Sozi­al­de­mo­kra­ti­scher Juris­tin­nen und Juris­ten Schles­wig-Hol­stein: „Der vom schles­wig-hol­stei­ni­schen Innen­mi­nis­ter Ste­fan Studt (SPD) initi­ier­te Abschie­be­stopp ist gut und rich­tig.“
Jan Vollmeyer

Neuer Landesvorstand und Position gegen VDS

Die ASJ Schles­wig-Hol­stein hat auf ihrer Lan­des­kon­fe­renz am 15. Mai 2014 einen neu­en Lan­des­vor­stand für die Amts­pe­ri­ode 2014 bis 2016 gewählt. Neu­er ASJ-Vor­sit­zen­der ist Dr. Jan Voll­mey­er. Zu stell­ver­tre­ten­den Vor­sit­zen­den wur­den Bir­te Dug­gen, Dr. Chris­ti­an Feist, Sebas­ti­an Oel­kers, Hart­mut Schnei­der und Tho­mas Rother gewählt. mehr…